Die romanische Johanneskirche und ihre Schätze

Am 10.Juni 2026 trafen sich die Damen des Osnabrücker Frauenforums um 15:00 Uhr in Kloster Oesede in der Gaststätte „Klosterschänke“ zu Kaffee und Kuchen.

„Kloster Oesede“ ist wie „Oesede“ seit 1970 eine der sechs Stadtteile der Stadt „Georgsmarienhütte“. Der Ort „Oesede“ wurde im 9. Jahrhundert gegründet. 1170 stellte Graf Ludolf von Oesede seine Stammburg in Oesede zur Verfügung, um ein Frauenkloster, ein Benediktinerinnenkloster, zu stiften. Das Kloster gab 1565 dem Ort, der sich aus seinem Umfeld entwickelte, den Namen „Gemeinde Kloster Oesede“. 1803 wurde das Kloster durch Napoleon, wie alle Klöster in den an Frankreich gefallenen Gebieten, säkularisiert und anschließend geschlossen. Das Klostergebäude mit der Kirche und die dem Orden gehörenden Ländereien und Liegenschaften gingen in staatlichen Besitz über. 1832 erwarb die Bauernschaft Kloster Oesede Kloster und Kirche zurück.

Die jetzige Pfarr- und ehemalige Klosterkirche „St. Johannes der Täufer“ wurde um 1290/1300 erbaut. Nicht belegt ist, ob bereits eine Kirche zur Zeit der Klostergründung existierte. Als einschiffige Kreuzkirche zählt die „St. Johann“ zu den ältesten in Norddeutschland; sie ist romanisch und zum Teil aber auch gotisch. Mit Schließung des Klosters wurde sie Gemeindekirche der Gemeinde Kloster Oesede.

Neben der Kirche sind bis heute noch zwei weitere Gebäude des ehemaligen Klosters erhalten geblieben, das Konventgebäude von 1723, u.a. mit der „Graf-Ludolf-Grundschule“ und dem Pfarrbüro, und das Torhaus mit der Klosterpforte, fertiggestellt 1704.

Beim Betreten der Kirche „St. Johann“, in der in den letzten 100 Jahren zahlreiche Veränderungen vorgenommen wurden, sieht man links die Pieta, die nur zur Telgter Wallfahrt nach Glandorf-Ödingberge gebracht wird. Im Kircheninneren zeugen die 1986 wiederentdeckten vier Säulenstümpfe von einem ehemaligen Altar. In der Wand links fällt das Hagioskop oder Leprafenster auf. Von dort konnte früher von draußen mit Blick auf den Altar am Gottesdienst teilgenommen werden. Im linken Kreuzteil der Kirche steht die Rosenkranz-Stele von Johannes Niemeier, in der das Gnadenbild „Maria im Kindbett“, das der Legende nach um 1420/40 ein Geschenk der Hl. Elisabeth von Thüringen war, aufgestellt ist.

Nach dem Kaffeetrinken wechselten die Damen von der „Klosterschänke“ in die „Remise der Klosterpforte“, wo Herr Friedel Nolte, den „Heimatverein Kloster Oesede“ vertretend, in einem Lichtbildervortrag über die Geschichte des ehemaligen Klosters Oesede referierte.

Frau Maria Borchardt rundete das Veranstaltungsthema „Die romanische Johanneskirche und ihre Schätze“ mit einer Führung durch die Kirche ab.

Organisation/Leitung: Ursula Rolfes