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What about Calmeyer?

Die Kontroverse um den Menschen Hans Calmeyer zeigte Frau Karin Jabs-Kiesler, ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Osnabrück und Historikerin, den Damen des Frauenforums Osnabrück am 16. Mai 2023 auf.

November 2023 soll das Osnabrücker Museumsquartier mit „der über 120 Jahre alten Jugendstil-Villa am Heger Tor“, allgemein bekannt als Villa Schlikker, „als städtisches Ausstellungshaus mit Schwerpunkt auf lokaler NS-Geschichte“ erweitert werden.“ 1

„Das Konzept des neuen Museums widmet sich der Geschichte der Villa Schlikker sowie „zu einem großen Teil dem Osnabrücker Juristen Hans Calmeyer (1903 – 1972)“.1

„Hans Georg Calmeyer, geboren und aufgewachsen in Osnabrück, war Rechtsanwalt und arbeitete von 1941 bis 1945 während der deutschen Besatzung der Niederlande in der deutschen Besatzungsbehörde in Den Haag. Seine Aufgabe war es, die Abstammungsnachweise von Juden zu prüfen. Nach jüngeren Forschungen bewahrte er mindestens 3000 Juden vor der Deportation in die Vernichtungslager, indem er falsche Nachweise akzeptierte. Um sein Sabotagewerk unauffällig im Vernichtungssystem der Nazis fortführen zu können, musste er auch mehrere Juden in den sicheren Tod schicken. Dieses Dilemma hat Calmeyer zeitlebens beschäftigt.“ 2

1 – Sebastian Stricker: Kuriose Wendung im Namensstreit, in: Neue Osnabrücker Zeitung vom 26.01.2023, Seite 12

2 – Wilfried Hinrichs, Sebastian Stricker: Täter oder Menschenretter?, in: Neue Osnabrücker Zeitung vom 27.04.2023, Seite 9

Organisation/Leitung: Doris Schomaker

PETERS SchokoWelt

Am 19.04.2023 starteten die Damen des Frauenforums Osnabrück um 12 Uhr am ZOB Osnabrück in Richtung Lippstadt zu PETERS SchokoWelt, angelockt von dem Leitspruch des Unternehmens, der da lautet DAS SÜSSE ERLEBEN.

Die Führung durch die Welt der Schokolade vermittelte u. a. Eindrücke aus der Firmengeschichte, Wissen über Kakaoanbau und -ernte, Einblick in die Pralinen- und Schokoladenherstellung und zeigte den Teilnehmerinnen aus Schokolade gefertigte kleine und große Kunstwerke, sogenannte Schokoladen-Schaustücke.

Im Anschluss an die Führung erwartete die Damen eine Kaffeetafel mit leckeren Törtchen nach Wahl.

Bevor gegen 17:30 Uhr die Rückfahrt angetreten wurde, lockten im Werksverkauf von PETERS SchokoWelt  mehr als 120 Sorten Pralinen, verschiedenste ausgewählte Schokoladen, feinstes Gebäck und Kuchen sowie Konfitüren aus eigener Herstellung. Nimmt der Genussmensch solche Köstlichkeiten mit nach Hause, verlängert er sich DAS SÜSSE ERLEBEN über den Besuch in PETERS SchokoWelt hinaus.

Organisation/Leitung: Christa Ketteler und Gaby Krämer

Jahr, Monat, Woche, Tag

Der Blick zur Uhr und zum heutigen Datum ist uns so selbstverständlich, dass wir die Hintergründe dazu kaum noch wahrnehmen.

Dabei gab es eine Vielzahl verschiedener Kalendersysteme und selbst heute gibt es noch unterschiedliche Datumsangaben auf unserem Planeten.

Wie haben Sonne, Mond und Sterne unsere Zeitvorstellung geprägt?

Die physikalischen und astronomischen Grundlagen und die geschichtlichen Entwicklungen bis zur aktuellen Zeit- und Kalenderform brachte Herr Hermann Glandorf den Damen des Frauenforums am 22. März 2023 sehr anschaulich in seinem Vortrag näher.

Organisation/Leitung: Agnes Kenkel

Gemütliches Kaffeetrinken

Geplant war, dass Herr Reinhold Rethschulte am 22.02.2023  aus seinem reichhaltigen Fundus als Jagdaufseher der Stadt Osnabrück berichtet. Leider musste der Vortrag aber aus Krankheitsgründen entfallen.

Gemäß dem Motto „Mache das Beste aus allem, was kommt“ trug jede der anwesenden Damen angesichts der neuen Situation an diesem Nachmittag zu einem gemütlichen Kaffeetrinken bei.

Organisation/Leitung: Gaby Kraemer

Stadtführung der besonderen Art

An einer etwas anderen Art der Stadtführung mit unserer ehemaligen Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler nahmen 22 Damen teil.

Zuerst fuhren wir in den 7.Stock des Stadthauses. Von hier oben bekamen wir von Frau Jabs-Kiesler die ersten Gründungsdokumente der Stadt erläutert und so ganz nebenbei ist dies der schönste Blick auf unsere Stadt.

Weiter ging es zur Bierstr.7. Hier steht das älteste noch erhaltene Steinwerk der Stadt. Im Mittelalter war Osnabrück weit über die Grenzen hinaus berühmt für die echte Handwerkskunst der Steinwerke. Es gibt noch 35 dieser mittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Gebäude. Das mittelalterliche Steinwerk in der Bierstraße ist heute Sitz des Denkmalschutzes. Wir hatten Glück und konnten das von 1220 datierte Gebäude mit dem Dachgewölbe besichtigen.

Von der Dominikanerkirche über Lohstr.,Mühlenstr., Pernickelmühle, am Haseuferweg entlang zum Carolinum, durch den Hexengang, an der Gymnasialkirche vorbei, durch den Kreuzgang des Domes bis hin zum Marktplatz wußte Frau Jabs-Kiesler durch geschichtliche Erläuterungen gepaart mit Anekdoten uns 2 1/2 Stunden lang zu begeistern. Wieder einmal wurde uns klar wie schön und lebendig die Geschichte unserer Stadt ist.

Leitung: Doris Schomaker

Heute

Fahrt nach Worpswede


2019 feiert die Kunsthalle Worpswede ihren 100. Geburtstag, Anlass für 40 Frauen aus dem Frauenforum e.V. Osnabrück in die Geschichte des Künstlerdorfes einzutauchen.

„Worpswede erleben“ war dann auch das Motto der Führung.

Ein begleiteter Ortsspaziergang von eineinhalb Stunden mit ergänzendem Museumsbesuch führte uns zu den schönsten Sehenswürdigkeiten wie z. B. der Kirche mit dem Kanzelaltar, dem Grab von Paula Modersohn-Becker, dem Weyerberg (54 m), der Käseglocke, dem architektonischen Schmuckstück von Bernhard Hoetger und dem Museum am Modersohn Haus sowie der Kunsthalle.

Und natürlich gab es viel Informatives zum Gründungsjahr 1889 der Künstlerkolonie.

Junge Künstler verließen die Akademien um unter dem offenen Himmel zur Freilichtmalerei zu finden.

Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Heinrich Vogeler, Paula Becker – Modersohn, Clara Westhoff und der Schriftsteller Rainer-Maria Rilke sind die bedeutendsten Vertreter des frühen Expressionismus.

Nach dem leckeren Essen im Gasthof „Zum Hemberg“ war noch ausreichend Zeit zu einem Besuch des Barkenhoff, dem Haus im Schluh, der vielen Galerien und natürlich durfte bei der Hitze des Tages ein kühlendes Eis nicht fehlen.

Gabriele Kraemer, 27.08.2019

Erich Maria Remarque Friedenszentrum

Ausstellung: „Unabhängigkeit – Toleranz – Humor“

Die dort angesiedelte Dauerausstellung, eine gemeinsame Einrichtung von Stadt und Universität Osnabrück, gibt uns umfassende Einblicke in Leben und Werk E.M. Remarque. Er ist 1898 in Osnabrück geboren, geht hier zur Dom- und zur Johannisschule und beginnt eine Lehrerausbildung. In dieser Zeit beschäftigt er sich intensiv mit Büchern, Musik und der Malerei. Gleichgesinnte ermuntern Remarque, seinen ersten Roman „Die Traumbude“ zu schreiben. Nach Kriegsende 1919 gibt er seinen Lehrerberuf auf und arbeitet als Grabsteinsteinverkäufer in der Süsterstr. In dieser Zeit entsteht sein Buch „ Der schwarze Obelisk“. (Osnabrücker Bürger finden sich in diesem Roman wieder.)

Remarque verlässt seine Heimatstadt, verdient sein Geld als Werbetexter bei den Continental Werken. In Berlin genießt Remarque zwar den mondänen Lebensstil, ist aber über den Zusammenbruch der gesellschaftlichen Werte nach dem Krieg, verzweifelt. Sein fiktiver Roman „Im Westen nichts Neues“ schildert Erlebnisse und Berichte eines Soldaten. Ein großer Roman gegen den Krieg! Dieser Antikriegsroman macht Remarque in aller Welt bekannt. In hundert Sprachen wird sein Buch übersetzt und auch verfilmt. Remarque und auch seine Schwestern geraten daraufhin mit den Nationalsozialisten in Schwierigkeiten. Er flieht in die Schweiz und 1939 in die USA. Seine deutsche Staatsangehörigkeit wird ihm aberkannt.

Weitere Romane: „Der Funke Leben“– schildert die Greul des Konzentrationslagers und in seinem Buch “Zeit zu leben und Zeit zu sterben“ thematisiert er den Angriffskrieg der Deutschen gegen die Sowjetunion.

Zum 65. Geburtstag erhält 1964 Remarque von seiner Vaterstadt Osnabrück die Möser-Medaille.1970 stirbt Remarque. Um den weltbekannten Osnabrücker Schriftsteller E.M. Remarque zu Ehren und sein Werk lebendig zu halten, wird 1986 die Remarque-Gesellschaft gegründet.

Alle Teilnehmerinnen waren begeistert von den Informationen, die Frau Junk, Leiterin des Archivs, in begeisternder Weise vermittelt hat.

Leitung: B. Deppen/D. Schomaker 05.06.2019 Erich Maria Remarque Friedenszentrum, Am Markt 6.

Kuba – Insel der Gegensätze


Das sozialistische Kuba wurde nach der Enteignung der USA Bürger im Land und dem Abbruch der Beziehungen zu dem Nachbarn USA von den damals sozialistischen Staaten Osteuropas und insbesondere der Sowjetunion wirtschaftlich unterstützt.

Mit dem Zusammenbruch dieser sozialistischen Staaten fielen 85% der Ausfuhren weg. Mit vorsichtigen Liberalisierungsmaßnahmen versuchte das Regime die schlimmsten Notstände im Land zu mildern. ( Bauern können Ackerland pachten, selbständige Kleinunternehmen wie Friseure und Taxifahrer werden gegründet, Privateigentum in begrenztem Maße ist erlaubt, Ausreisegenehmigungen sind gelockert.)

Echte Freiheit für die Wirtschaft gibt es aber bis heute nicht, dementsprechend klafft im Land eine große Gerechtigkeitslücke zwischen den Bürgern, die Verwandte in den USA oder in Europa haben und von diesen unterstützt werden und denen, die mit dem auskommen müssen, was sie im Land verdienen können.

So werden auch heute noch die gut ausgebildeten Mediziner und Lehrer vom Staat in andere Länder entsandt. Den dortigen Verdienst schöpft der Staat zu 90% als Devisen ab. Lediglich 10% verbleibt den entsandten Fachkräften. Außerdem führt diese Praxis dazu, dass hochqualifizierte Fachkräfte im Land fehlen.

Insbesondere ältere Menschen, Kranke und Kinder leiden darunter. Hier hilft die katholische Kirche mit verschiedenen Organisationen. Der „Freundeskreis Kuba“der Pfarrgemeinde Christus König in Osnabrück Haste engagiert sich in einer Partnergemeinde in Havanna.

Neben der materiellen Unterstützung haben sich hier viele fruchtbare Kontakte zwischen den Menschen der Gemeinden hüben und drüben entwickelt“, so die Referentinnen Jutta Erpenbeck und Sabine Hülsmann . Beide sind Mitglieder im Kuba Freundeskreis und berichteten von den Eindrücken und Beobachtungen ihres Besuches in Havanna im Herbst 2019.

Leitung: Brigitte Deppen 26.06.2019

„Inventur“ in der Kunsthalle Osnabrück

Die Künstlerin Katharina Hohmann setzt sich mit der Geschichte der heutigen Kunsthalle, Dominikanerkirche auseinander. Auf dem ersten Blick sieht die Kunsthalle wie eine Baustelle aus, denn ein 23 Meter hohes Gerüst ist im Kirchenschiff eingebaut. Die Eintrittskasse gleicht einer Hütte der Bauleitung, an den Wänden stehen Leitern, auf dem Boden liegen kreisrunde Spiegel, kleine und große. Dies „sogenannte Durcheinander“ versetzt uns in die Geschichte der 1295 erbauten Klosterkirche, die später als Lazarett, Pferdestall, Kornspeicher und Wohnhaus diente. 1993 wird sie zur Kunsthalle umgewidmet.

Katharina Hohmann, die eineinhalb Jahren in den Osnabrücker Archiven forschte, zeigt uns den Wandel dieser Kirche: Das Baugerüst zeigt das Ausmaß des Wohnhauses, das einst in die Kirche gebaut wurde. Blickt man in die am Boden liegenden Spiegel, so sieht man massive Säulen in endloser Länge oder Christus, der als Bildmedaillon hoch im Kirchengewölbe zu entdecken ist. Die von den Truppen Napoleons vertriebenen 26 Dominikanermönche tauchen jetzt als winzige Figuren an einer Säule auf. Laut einer archivierten Liste besaßen die Mönche 578 Gegenstände, die konfisziert wurden. K. Hohmann hat den Besitz der Mönche symbolisch zurückgeholt, in kleinen Aquarellen, gemalt nach der archivierten Inventarliste: Schalen, Weihrauchgefäße, Leuchter, Gewänder der Mönche.

Erwähnenswert ist auch der Weg um die Klosterkirche. Durch Gucklöcher im verschlossenen, undurchsichtigen Eingangsbereich entdecken wir z.B. im Inneren das ehemalige Requisitenlager des Osnabrücker Theaters. Weiter sieht man draußen vier Objekte aus dem Stadtraum, die von K. Hohmann als Metallskulpturen nachgebaut wurden. Diese Imitate finden im Innenraum im „Aquarium“ der Kunsthalle Platz. Sie haben für den Betrachter die gleiche Höhe, die gleiche Größe, den gleichen Abstand zum Fenster. Außen- und Innenraum werden dadurch identisch.

Über diese Ausstellung, die sich uns durch die sachkundige Führung erschlossen hat, gibt es noch viel zu berichten. Auf zeitgenössische Weise erlebbar, genossen die Mitglieder des Frauenforums an diesem Nachmittag auf besondere Weise „Geschichtsunterricht“ über die Dominikanerkirche.

Leitung: Brigitte Deppen 27.03.2019